Der Schlaf & die Betäubung

Der Schlaf & die Betäubung
Audiovisuelle Installation · 2011 · Musik: Gerriet K. Sharma
 

Bild

Video

Dokumentation · 1:36 Min. · MKK | Dortmund | DE · 2011
(Kopfhörer empfohlen)


Dokumentation · 2:16 Min. · TETEM | Enschede | NL · 2012
(Kopfhörer empfohlen)

Text
Doppelprojektion in Raumecke · Farbe · Drei-Kanal-Ton · 7:50 Min.

Eine monochrom blaue Fläche wird von zwei Projektoren in eine Raumecke geworfen. Auf dem Boden davor stehen und liegen drei Lautsprecher. Komponierte Klänge werden an unterschiedlichen Stellen im Raum hörbar und verschwinden. Es knistert und knackt, als ob eine unter Spannung stehende Fläche (zer)splittert. Das Knacken wird überlagert von einem drängenden Geräusch, das an Atmen, Pusten oder Wind erinnert.

Dieses Gemisch schiebt sich immer wieder kraftvoll durch den Raum, um sich dann abzuschwächen und zu verlieren. Aus dem Blau der Projektionen treten weiße, fragile Linien hervor, die zunächst an Kondensstreifen von Flugzeugen denken lassen. Dann verliert sich das Bild erneut im monochromen Blau. Wenn es das nächste Mal erscheint, sind die weißen Linien dichter und erinnern an Spinnennetze oder gesplittertes Glas. Aus den Lautsprechern kommt ein kaum hörbares Sirren. An anderer Stelle vernimmt man einen Schwarm zimbelartiger Partikel, die durch den Raum taumeln. Die Geräusche fallen auseinander und versinken in der Stille. Wenn in der Projektion Formen auftauchen, sind sie in einer konstanten, zitternden Bewegung. Sie erscheinen und schweben vor dem Blau. Das Bild gibt keinen Halt, die Formen sind nirgends fixiert.

In der audiovisuellen Raumkomposition Der Schlaf & die Betäubung geht es um eine Verlangsamung von Wahrnehmungsprozessen. Klangliche und visuelle Elemente tauchen separat im Raum auf. Sie bleiben einzeln wahrnehmbar und autonom. In dem vom Besucher erlebten Raum und der darin verbrachten Zeit entspinnt sich ein Netz von assoziativen Bezügen und Geschichten und es öffnen sich Leerstellen, die jeder Betrachter mit Eigenem füllt.